Rosi's Alm Magazin
Ist das Material Glas Ihre Leidenschaft? Ich würde sagen, wir Riedels hatten und haben alle eine sehr große Leidenschaft für den Werksto! Glas. Von den Anfängen im Jahr 1756 bis heute konzentrieren wir uns im Grunde nur auf eine Sache – die Herstellung von hochwertigem und seit mehr als 60 Jahren auch funktionalem Glas. Mein Großvater, Claus J. Riedel (9. Generation), war ein groß- artiger Designer und innovativer Forscher. Er entdeckte, dass der Geschmack von Wein von der Form des Glases beeinflusst wird, aus dem er getrunken wird. Heute ist Riedel der Schöpfer der weltweit ersten auf Rebsorten angestimmte Glaswaren zur Verbesserung des Weingeschmacks, eine Innovation, die die Richtung der Branche weltweit für immer v erändert hat. Seit Riedel wissen wir, die Form des Kelches beeinflusst das Geschmackserlebnis nachhaltig, deswegen ist es also wichtig für verschiedene Weinsorten unterschiedliche Gläser zu verwenden? Es ist o!ensichtlich, dass derselbe Wein völlig unterschiedliche Eigenschaften aufweist, wenn er in unterschiedlich geformten Gläsern serviert wird. W ir wissen, dass die Rebsorte der Schlüs- selfaktor für die Bestimmung des V erhältnisses zwischen F rucht, Säure, Tannin und Alkohol ist. Daraus resultierend wissen wir auch, welch komplexe Rolle die Größe und Form des Kelches, und der Durchmesser des Mundrandes bei der Vermittlung der Botschaft eines guten Weines spielen. Wir sind in der Lage, Gläser herzustellen, in denen das Getränk, ob Wein, Spirits, Ka!ee oder sogar Wasser am ausgewogensten und damit am besten zur Geltung kommt. Was ist das Besondere an Riedel Gläsern? Wir betrachten unsere Gläser als Werkzeuge, Instrumente oder Lautsprecher. Durch unterschiedlich geformte Gläser können wir die Eigenschaften jedes Getränkes hervorheben und aus- balancieren. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass unsere Gläser nicht auf herkömmliche Weise auf einem Designer-Zeichen- brett hergestellt werden. Die erste Frage ist immer die Frage nach der Funktion, in einem zweiten und dritten Schritt geht es um Design. Die Formensprache unserer Gläser ist das Ergebnis v on Workshops. Wer schon einmal eine Wineglass Experience mit Ihnen besucht hat, lernt nicht nur, dass unterschiedliche Gläser unterschiedliche Geschmackserlebnisse hervorbringen, man lernt durch meterlan- ge Warteschlangen für ein Selfie mit Ihnen, auch, dass Sie eine Social Media Bekanntheit sind. Mehr als 500.000 Follower zelebrieren mit Ihnen mittlerweile den von Ihnen kreierten „Sunday Wine Fun Day“. Wie wichtig ist Social Media für Sie? Social Media gibt mir die Möglichkeit, in direktem Austausch mit meinen Kunden zu sein. Ich verwalte meinen account selbständig und ich antworte auch selbst. Das F eedback meiner Kunden ist unbezahlbar und inspirierend für mich. Es ist sehr bedeutend für mich. Riedel produziert sowohl maschinell gefertigte Gläser als auch hansgefertigte Gläser. Worin besteht der Unterschied? Wenn es um die Funktion geht, gibt es keinen Unterschied. Ich bin sogar versucht zu sagen, dass die Präzision der Maschine natürlich die eines Glasbläsers übertri!t. Wir sind dazu auch heute in der Lage, dank einer inhouse ent- wickelten Maschine, auch maschinell extrem dünnwandige Gläser herzustellen. Etwas, dass v or 10 Jahren in dieser Qualität absolut nicht möglich w ar. Handgefertigte Produkte enthalten durch den Atem, ein Stück- chen Seele des Glasbläsers. Diese A ussage stammt von meinem Vater und es ist schon auch so. Kurz gesagt, es ist eine Frage des Budgets und der Präferenz. Die Funktion ist bei beiden Produktionsarten perfekt gegeben. Das in Kufstein ansässige Unternehmen Riedel Glas blickt nicht nur auf eine fast 300-jährige Vergangenheit, auf deren Spuren man übrigens im hauseigenen Museum in Kufstein wandeln kann. Das Unternehmen steht auch für eine sehr erfolgreiche Gegenwart und kann dank vieler Innovationen auch auf eine vielversprechende Zukunft blicken. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Maximilian J. Riedel, eine schillernde Unternehmerpersönlichkeit, der schon sehr früh die große Bedeutung von Social Media entdeckt und für sich genutzt hat. In einem Gespräch gibt er Einblicke in sein unternehmerisches Leben. 60 Millionen verkaufte Gläser w eltweit unterstreichen eindrucksvoll, dass dieses Konzept funktioniert. „ Auf die Form kommt es an!“ MAXIMILIAN J. RIEDEL 11. GENERATION 245x288_Alm Magazin_Sonnbergstuben_MJR final.indd Alle Seiten 245x288_Alm Magazin_Sonnbergstuben_MJR final.indd Alle Seiten 30.10.24 09:15 30.10.24 09:15
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